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MOA oder Shafty – zwei Antriebskonzepte beim RC-Crawler

Beim Shafty sitzt der Antrieb meist zentral im Chassis und treibt die Achsen über Wellen an. Beim MOA besitzt jede Achse ihren eigenen Motor – mit ganz anderen Möglichkeiten bei Gewichtsverteilung und Steuerung.

RRCF-Erklärungsskizze – vereinfacht dargestellt, um das Prinzip sichtbar zu machen.

Zwei Wege, die Räder anzutreiben

Bei RC-Crawlern begegnen einem häufig die Begriffe Shafty und MOA. Beide beschreiben vor allem, wie die Kraft vom Motor zu den Achsen gelangt. Das beeinflusst nicht nur den Aufbau, sondern auch Gewichtsverteilung, Bodenfreiheit, Fahrverhalten und die Möglichkeiten der Antriebssteuerung.

Shafty: zentraler Antrieb mit Kardanwellen

„Shafty“ leitet sich von shaft, also Welle, ab. Typischerweise sitzt ein Motor mit Getriebe zentral im Chassis. Von dort führen Kardanwellen zur Vorder- und Hinterachse. In den Achsen verteilen Differential- oder Spool-/Sperrkonstruktionen die Kraft weiter zu den Rädern.

Dieses Prinzip ähnelt vielen echten Geländewagen und ist deshalb bei Scale- und Trail-Crawlern besonders verbreitet. Motor und Getriebe gehören zur gefederten Masse im Chassis; die Achsen selbst können vergleichsweise einfach aufgebaut sein.

Typische Vorteile eines Shafty

  • vorbildnaher Aufbau für viele Scale-Fahrzeuge
  • meist weniger Motoren und weniger Leistungselektronik
  • Motor und Hauptgetriebe liegen geschützt im Chassis
  • große Auswahl an Chassis, Getrieben und Achsen

Typische Nachteile

  • Kardanwellen und Getriebe benötigen Platz und können die Bodenfreiheit beeinflussen
  • je nach Konstruktion können Antriebseinflüsse wie Torque Twist stärker auffallen
  • eine getrennte Steuerung von Vorder- und Hinterachse benötigt zusätzliche mechanische oder elektronische Lösungen

MOA: Motor on Axle

MOA bedeutet „Motor on Axle“. Vorder- und Hinterachse besitzen jeweils einen eigenen Motor mit eigenem Getriebe direkt an der Achse. Eine zentrale Kardanwelle zwischen Chassis und Achsen ist deshalb nicht nötig.

Das Konzept ist besonders aus dem Competition-Crawling bekannt. Die Motoren liegen tief am Fahrzeug und können zu einem sehr niedrigen Schwerpunkt beitragen. Gleichzeitig gehören sie zur ungefederten Masse: Alles, was direkt an der Achse sitzt, bewegt sich mit dieser über das Gelände.

Typische Vorteile eines MOA

  • kein zentraler Antriebsstrang und keine Kardanwellen zwischen den Achsen
  • Motoren und Getriebe liegen sehr tief am Fahrzeug
  • Vorder- und Hinterachse können mit passender Elektronik getrennt angesteuert werden
  • Funktionen wie elektronisches Dig oder eine gezielte Verteilung der Motorleistung lassen sich sehr direkt realisieren

Typische Nachteile

  • zwei Motoren und häufig zwei Regler oder eine entsprechend geeignete Steuerung erhöhen Aufwand und Abstimmungsbedarf
  • Motoren und Getriebe erhöhen die ungefederte Masse an den Achsen
  • der Aufbau wirkt bei einem vorbildgetreuen Scaler meist weniger realistisch

Was bedeutet Dig?

Beim Dig wird eine Achse nicht oder anders angetrieben, während die andere weiter arbeitet. Dadurch kann ein Crawler zum Beispiel enger um eine Kurve drehen oder sich an einem Hindernis anders positionieren. Bei MOA-Fahrzeugen kann das mit zwei getrennt steuerbaren Motoren elektronisch umgesetzt werden. Bei Shaftys gibt es je nach Getriebe auch mechanische Dig-Lösungen.

Ist MOA automatisch besser?

Nein. MOA bietet im Wettbewerb sehr interessante Möglichkeiten, ist aber nicht automatisch das bessere Konzept. Ein gut abgestimmter Shafty kann extrem leistungsfähig sein und passt häufig besser zu Scale- und Trail-Fahrzeugen. Entscheidend ist, wofür das Fahrzeug gebaut wird.

Wer möglichst viel Performance und getrennte Kontrolle über beide Achsen sucht, findet MOA spannend. Wer einen vorbildnahen Aufbau, einfache Technik und lange Touren bevorzugt, landet häufig beim Shafty. Dazwischen gibt es zahlreiche Mischformen und individuelle Konstruktionen.

MOAShaftyMotor on AxleKardanwelleDig