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Akkutechnologien im RC-Modellbau – LiPo, LiHV, Li-Ion, LiFePO₄, NiMH und NiCd

RC-Akkus unterscheiden sich nicht nur bei Kapazität und Spannung. Zellchemie, Ladeschlussspannung, Belastbarkeit, Lagerung und das passende Ladeverfahren gehören immer zusammen.

Typische Zellspannungen verschiedener RC-AkkutechnologienVergleich von LiPo, LiHV, LiFePO4, NiMH und NiCd. Lithium-Systeme haben feste typische Ladeschlussspannungen, Nickel-Systeme werden über Ladeverlauf und Temperatur beendet.AKKUTECHNOLOGIEN – DIE CHEMIE BESTIMMT DAS LADEVERFAHRENTypische Zellwerte · Herstellerdaten des konkreten Akkus haben immer Vorrang LiPo3,7 Vnominal4,20 Vtyp. LadeschlussCC/CV + Balancer LiHV3,8 Vnominal4,35 Vnur bei LiHV-Freigabeeigenes Ladeprogramm LiFePO₄≈3,2 Vnominal3,65 Vtyp. Ladeschlussflache Kennlinie NiMH1,2 Vnominal−ΔVLadeende erkennenTemperatur beachten NiCd1,2 Vnominal−ΔVLadeende erkennenheute stark eingeschränktLi-Ion umfasst mehrere Zellchemien; viele klassische 18650/21700-Zellen laden bis 4,20 V.Einzelne Zelltypen weichen davon ab – Datenblatt beachten.Li-Ion ist eine Familie: Zell-Datenblatt prüfen. Ladeprogramm nie nur nach Stecker oder Packform wählen.
Typische Zellspannungen verschiedener RC-Akkutechnologien. Nickel-Akkus besitzen kein festes Ladeende wie Lithium-Zellen.

Die Chemie bestimmt die Regeln

„Akku“ ist kein einheitlicher Batterietyp. Im RC-Modellbau begegnen uns verschiedene Zellchemien, die unterschiedliche Spannungen, Ladeverfahren und Eigenschaften haben. Ein Ladeprogramm darf deshalb nie nur nach der Steckerform gewählt werden.

LiPo

Lithium-Polymer-Akkus sind im RC-Bereich sehr verbreitet. Klassische LiPo-Zellen werden meist mit 3,7 V Nennspannung angegeben und bis 4,20 V pro Zelle geladen. Sie können hohe Ströme liefern und lassen sich in flachen, unterschiedlich geformten Packs bauen. Dafür verlangen sie ein korrektes Lithium-Ladeverfahren, Zellüberwachung über den Balancer und sorgfältigen Umgang.

LiHV

LiHV ist eine auf höhere Ladeschlussspannung ausgelegte Lithium-Variante. Typische RC-LiHV-Zellen werden mit 3,8 V nominal und 4,35 V Ladeschluss spezifiziert. Ein LiHV-Pack darf nur dann auf 4,35 V/Zelle geladen werden, wenn der Hersteller ihn ausdrücklich dafür freigibt und das Ladegerät das passende LiHV-Programm besitzt.

Li-Ion

Zylindrische Lithium-Ionen-Zellen wie 18650 oder 21700 werden ebenfalls in RC-Projekten verwendet. Klassische Varianten liegen typischerweise bei 3,6–3,7 V nominal und 4,20 V Ladeschluss. Je nach Zelltyp unterscheiden sich maximaler Entladestrom und Innenwiderstand erheblich. Eine Energiezelle mit hoher Kapazität ist nicht automatisch eine Hochstromzelle.

LiFePO₄

Lithium-Eisenphosphat arbeitet mit niedrigerer Zellspannung. Typisch sind etwa 3,2–3,3 V nominal und 3,65 V Ladeschluss. LiFePO₄ ist thermisch robuster als viele klassische Lithium-Ionen-Chemien und besitzt eine flachere Spannungskurve. Dafür ist die Energiedichte meist geringer.

NiMH

Nickel-Metallhydrid-Zellen besitzen etwa 1,2 V Nennspannung. Bei ihnen gibt es nicht die gleiche feste Ladeschlussspannung wie bei Lithium. Schnellladegeräte erkennen das Ladeende typischerweise über Spannungsverlauf (−ΔV), Temperatur und Sicherheitszeit. NiMH ist unkompliziert in der Lagerung, schwerer als ein vergleichbarer Lithium-Pack und hat eine stärkere Selbstentladung – wobei moderne LSD-NiMH-Zellen deutlich besser geworden sind.

NiCd

Nickel-Cadmium war im Modellbau lange Standard und ist technisch sehr hochstromfähig. Wegen des giftigen Cadmiums und gesetzlicher Beschränkungen spielt NiCd heute im normalen RC-Neukauf kaum noch eine Rolle. Der echte Memory-Effekt ist vor allem mit NiCd verbunden.

Nicht vermischen

Die wichtigste Regel lautet: Ladeprogramm, Zellzahl und Grenzwerte müssen exakt zur Chemie und zum konkreten Pack passen. Angaben in dieser Wissensseite sind typische Orientierungswerte; die Herstellerdaten des Akkus haben Vorrang.

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Quellen & Vertiefung

Die technischen Werte sind als Orientierung erklärt. Für konkrete Akkus, Regler und Bauteile gelten immer die Herstellerangaben.